Servicethema: Hundeerziehung |
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In diesem Servicethema der Tierklinik Bielefeld sollen Fragen rund um das Verhalten und die Erziehung von Welpen behandelt werden.
Welpen brauchen einen sicheren Ort, den den sie sich zurückziehen und schlafen können. Da Alleinsein bei Welpen große Angst auslöst und erst antrainiert werden muss, sollte sich der Schlafplatz unbedingt in Ihrer Nähe befinden. Nachts sollte er neben Ihrem Bett schlafen. Sollte er Angst bekommen und wach werden, beruhigen Sie ihn über Körperkontakt.
Optimalerweise ist der Schlafplatz so beschaffen, dass er Ihn nicht selbstständig verlassen kann, da ansonsten die Gefahr besteht, dass er Gegenstände in der Wohnung anknabbert oder unbemerkt sein Geschäft verrichtet. Gut geeignet ist z.B. ein gut ausgepolsterter Zimmerzwinger.
In der fünften Lebenswoche lernt der Welpe, wo er sein Geschäft macht. Jedes Mal, wenn er eine Pfütze oder ein Häufchen macht, merkt er sich Untergrund und Umgebung. Dabei entsteht mit jedem Mal eine festere Verknüpfung zwischen Handlung und Geschehen - der Welpe sucht immer wieder den selben Platz auf, wenn er die Möglichkeit dazu hat. Erst ab der 12. Woche kann der Welpe sein Bedürfnis sich zu lösen für zunehmende Zeit zurückhalten, wenn er sein "Klo" nicht direkt erreichen kann.
Daher gilt: Bringen Sie den Welpen rechtzeitig (tagsüber alle 2 Stunden sowie immer nach dem Fressen, nach dem Schlafen und nach dem Spielen) ins Freie, damit er sein Geschäft auf Gras oder Erde verrichten kann. Nachts sollte ein gesunder Welpe ca. sechs Stunden durchschlafen und durchhalten - muss Ihr Welpe öfter, hat er wahrscheinlich Durchfall oder eine Blasenentzündung! Gehen Sie in diesem Fall sofort mit ihm zum Tierarzt!
Bringen Sie den Welpen anfangs immer an die selbe Stelle und tragen Sie ihn dort hin, damit er sein Geschäft nicht schon vorher erledigt. Sagen Sie immer dann, wenn er sein Geschäft macht, ein entsprechendes Wort, z.B. "Mach Pipi" - so können Sie bald Ihren Hund dazu auffordern, sein Geschäft zu machen!
Sollte einmal ein Unglück passieren, und ein Geschäft in der Wohnung landen, machen Sie es kommentarlos weg und reinigen Sie die Stelle gründlich. Schimpfen oder strafen Sie auf keinen Fall den Hund - es war nämlich Ihre Schuld. Achten Sie das nächste Mal besser auf den Hund (er wird vorher am Boden schnüffeln, kreiseln und sich hinhocken) oder gehen Sie einfach rechtzeitig mit dem Welpen hinaus.
Zwischen der vierten und zwölften Lebenswoche entsteht das Sozialverhalten des Welpen. In diesem Zeitraum wird die Grundlage für das ganze, restliche Leben gelegt. Die Entwicklung des Welpen hängt davon ab, was er in dieser Zeit erlebt - je mehr er nun kennen lernt, desto besser.
Besuchen Sie in dieser Phase eine Welpenspielgruppe (mind. 1x pro Woche) und machen Sie Ausflüge in die Stadt, den Zoo, bei Bekannten usw. - am besten mit dem Auto, damit er sich auch daran gewöhnt und das Autofahren als positives Ereignis kennen lernt.
Um den Hund nicht zu überfordern, sollten die Ausflüge und Sozialkontakte außerhalb der Familie ein bis zwei Stunden nicht überschreiten. Dabei sollte der junge Hund nicht länger als 15 oder 20 Minuten am Stück laufen.
In der Welpenspielgruppe und beim Kontakt mit erwachsenen, gut sozialisierten Hunden lernt der Welpe sein Sozialverhalten. Einen Welpenschutz gibt es übrigens nicht (außer in den Köpfen der Hundehalter). Auch wenn der Welpe einmal laut schreit - mischen Sie sich nicht sofort ein, sondern beobachten Sie die Situation. Sozialverhalten kann der Welpe nur von anderen Hunden lernen.
Die sinnvollste Art, Ihrem Welpen etwas beizubringen ist, ihn für erwünschtes Verhalten zu belohnen. Die wichtigste Belohnung ist für Ihren Welpen dabei Ihre Zuwendung. Natürlich ist aber auch Futter als Motivationsmittel und Belohnung gut geeignet. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Welpe sich alle guten Dinge des Lebens verdienen muss. Wenn er sich langweilt, wird er bald Unsinn machen - und sei es nur, um Ihre Aufmerksamkeit zu erregen.
Wenn Sie Ihren Welpen einmal bestrafen müssen, so tun sie dies, indem Sie Ihm mit der Hand von oben über die Schnauze fassen und drohend "Nein" sagen. Später wird Ihr "Nein" genügen.
Damit Ihr Welpe Ihre Belohnung oder auch Bestrafung verstehen kann, muss diese immer unmittelbar nach seiner Handlung erfolgen. Auch angemessene Strafen sollten nur äußerst sparsam eingesetzt werden - sonst nutzen sie sich ab! Je seltener Sie strafen, desto wirksamer bleibt dieses Erziehungsmittel.
Sobald - aber auch erst - wenn Ihr Welpe sich eingelebt hat, sollten Sie anfangen, das Alleinbleiben zu üben. Machen Sie die Übungen, wenn der Welpe müde ist, oder mit seinem Spielzeug beschäftigt ist. Bleiben Sie ohne auf den Welpen einzugehen eine Weile im Raum, dann gehen Sie hinaus. Steigern Sie die Zeit außerhalb des Raumes langsam jeden Tag. Kommen Sie immer wieder kurz zurück und sehen Sie nach ihm, beachten Sie ihn jedoch dabei nicht. Sollte der Welpe unruhig werden, bleiben Sie im Raum, bis er sich entspannt hat. Loben und belohnen Sie ihn nicht, wenn er artig allein geblieben ist.
Beim Welpen noch niedlich, bei einem ausgewachsenen 30-Kilo-Hund eher ein Problem. Wie vermeidet man das Anspringen zur Begrüßung? Gehen Sie zur Begrüßung immer in die Hocke, damit ihr Welpe nicht an Ihnen hochspringen muss, und halten Sie ihm die Hand hin, damit er daran lecken kann. Streicheln und begrüßen Sie ihn nur, wenn er mit allen vier Pfoten auf dem Boden ist. Halten Sie die Begrüßung insgesamt eher kurz und vermeiden Sie übermäßige Emotionen.
Es ist wichtig, dass Sie ihrem Hund etwas Fressbares abnehmen können, z.B. wenn er draußen etwas findet, was er nicht fressen soll. Um das zu trainieren, füttern Sie einen Teil der Tagesration aus der Hand. Lassen Sie ihn etwas dafür tun, und zur Belohnung gibt es das Futter. Machen Sie bei den anderen Futterrationen den Napf nicht gleich voll, sondern füttern Sie in Etappen - füllen Sie immer ein wenig nach, wenn der Welpe aufgegessen hat. Sie können auch probieren, den Napf beim Fressen zu halten oder direkt aus der im Napf liegenden Hand zu füttern.
Üben Sie auch, z.B. den Kauknochen oder das Spielzeug gegen ein Leckerchen zu tauschen. Wenn er nicht tauschen will, lassen Sie es vorerst und probieren Sie es später noch einmal, wenn er mehr Hunger hat. Wenn er den Knochen oder das Spielzeug loslässt, loben und belohnen Sie ihn. Geben Sie ihm danach sein Spielzeug wieder.
Zuerst einmal gilt: Lassen Sie in der Wohnung nichts liegen, was der Welpe anfressen könnte oder für ihn gefährlich ist. Sollte er etwas anfressen, was nicht für ihn gedacht ist, gehen sie ruhig zu ihm hin, sagen Sie bestimmt "NEIN" und nehmen Sie es ihm aus dem Mund. Geben Sie ihm stattdessen seinen Kauknochen, und loben Sie ihn.
Damit Ihr Welpe Sie als Rudelführer akzeptiert, beachten Sie folgende Tipps:
Besuchen Sie mit dem Welpen möglichst oft die Tierklinik, auch ruhig ohne triftigen Grund. Setzten Sie sich z.B. einfach eine Weile in den Wartebereich. Je öfter der Welpe positive Erfahrungen mit dem Tierarztbesuch verbindet, desto weniger Probleme gibt es bei späteren Behandlungen
Quelle: Zusammengefasst aus der Broschüre: "Der Weg zum sozialverträglichen Hund - Ein Leitfaden für Welpenbesitzer" von der Initiative s.m.i.l.e des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte e.V.