Spezielle chirurgische Leistungen unserer Tierklinik - Thoraxchirurgie |
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Im Brustkorb befinden sich lebenswichtige Organe. Insbesondere Herz, Lunge, Speiseröhre sowie Blut- und Lymphgefäße sind recht häufig auch von chirurgischen Erkrankungen betroffen. Operationen im Bereich des Brustkorbes erfordern besondere apparative Voraussetzungen. Bei jeder Thoraxoperation ist eine maschinelle Beatmung erforderlich. Eine selbständige Atmung kann bei geöffnetem Brustkorb nicht funktionieren, da hierdurch der im Thorax vorhandene und für die Atmung notwendige Unterdruck aufgehoben wird. Herz, Lunge und Gefäße sind ferner lebenswichtige Organe, die nicht über das für die Operation notwendige Maß hinaus verletzt werden dürfen. Unsere Klinik verfügt über die Ausstattung und Kompetenz zur Durchführung zahlreicher Operationen im Thoraxbereich. Einige häufig auftretende Beispiele aus dem großen Komplex der Thoraxchirurgie sind:
Ein bestimmtes im Embryo angelegtes und notwendiges Gefäß ("Ductus arteriosus") verschließt sich normalerweise kurz nach der Geburt mit Einsetzen der Atmung. Bleibt es offen, kommt es zu einem abnormalen Blutkreislauf. Es kommt zur Durchmischung von arteriellem (sauerstoffreichem) und venösem (sauerstoffarmem) Blut. Im weiteren Verlauf kann es aufgrund der veränderten Druckverhältnisse im Gefäßsystem zum Herzversagen kommen. Der chirurgische Verschluss des Gefäßes ist in der Regel möglich und führt meist zu einer deutlichen Verbesserung des Zustandes oder, insbesondere bei möglichst frühzeitiger Operation, zur Heilung des Tieres.
Normalerweise liegt die Hauptschlagader links der Speiseröhre. Die Speiseröhre kann sich normal ausdehnen. Bei einigen Tieren ist die Hauptschlagader jedoch auf der rechten Seite angeordnet. Diese Veränderung in der Anatomie führt zur Einengung der Speiseröhre durch einen Gefäßring. Sie kann sich nicht mehr normal ausdehnen und das Tier hat Probleme beim Schlucken fester Nahrung. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, kann eine chirurgische Eröffnung des Gefäßringes zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome führen. Allerdings ist die Speiseröhre zum Zeitpunkt der Diagnose häufig bereits so geschädigt, dass eine vollständige Heilung nicht mehr möglich ist.
Die wichtigste Funktion der Lunge ist die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff. Die Lunge wird durch den bei der Atembewegung entstehenden Unterdruck aufgebläht und füllt sich mit Luft. Der Luftsauerstoff wird über die "Alveolen" an rote Blutkörperchen gebunden. Wird die Lunge verletzt, gerät Atemluft in den Brustkorb und der für die Atmung notwendige Unterdruck wird aufgehoben. Ähnliches passiert bei Verletzungen der Brustwand. Häufige Ursachen sind Autounfälle, Stürze (insbesondere aus größerer Höhe) und Bissverletzungen. Kleinere Lungenverletzungen nach Unfällen heilen häufig spontan und müssen nicht operiert werden. Größere Lungen- oder Atemwegsverletzungen oder Verletzungen der Brustwand müssen hingegen chirurgisch verschlossen werden.
Wenn Teile der Lunge so stark geschädigt sind, dass sie nicht erhalten werden können, müssen sie entfernt werden. Andere - intakte - Lungenteile übernehmen mit der Zeit die Funktion der verloren gegangenen Areale. Maximal die Hälfte des Lungenvolumens kann entfernt werden, bevor der Verlust lebensbedrohlich wird. Dennoch sollte die entfernte Menge so gering wie möglich gehalten werden. Häufige Indikationen für die Entfernung eines (oder mehrerer) Lungenlappen sind unter anderem Verletzungen, Eiteransammlungen, Fremdkörper und Tumore.
Jedes Organ im Thorax und auch die Brustwand selbst können von Krebserkrankungen betroffen sein. Einige davon lassen sich operativ entfernen. Ob ein Tumor entfernt werden kann, wird anhand verschiedener Faktoren entschieden. Wichtig sind zum Beispiel: Art des Tumors, Art des betroffenen Organs, Lage des Tumors im jeweiligen Organ, Größe des Tumors und das Vorhandensein von Tochtergeschwulsten (Metastasen). Häufig ist vor der Entscheidung eine Computertomographie oder eine andere aufwändige Untersuchung erforderlich. Einige Fälle werden zu einer weiteren Behandlung (z.B. Bestrahlung) auch an andere Spezialisten verwiesen. Ob und wie die Therapie einer Krebserkrankung durchgeführt wird, ist immer eine sehr individuelle Entscheidung. Hier spielen auch Faktoren wie die Lebenserwartung des Tieres und die Einstellung des Tierbesitzers eine große Rolle. Für die Beratung nehmen wir uns daher insbesondere bei Tumorerkrankungen viel Zeit. Wir behandeln Sie hierbei stets mit großem Einfühlungsvermögen und beraten Sie kompetent, damit Sie Ihre Entscheidung mit gutem Gewissen treffen können.
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